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Das Stift Geras

Graf Ulrich von Pernegg stiftete 1153 das Prämonstratenser-Chorherrnstift Geras und berief gleichzeitig Chorfrauen in die nur 10 km entfernte Burg Pernegg. 2003 feierten die Stifte Geras und Pernegg somit das 850 Jahr Jubiläum ihrer Gründung. Aus diesem Anlass wurden in Geras die Fassaden des Neugebäudes, die Westfassade der Stiftskirche und die Feststiege saniert.

Das Stift Geras steht auf altem Kulturland. Die Stiftskirche wurde auf einem slawischen Gräberfeld errichtet, trotz mehrfacher Zerstörungen sind heute noch die romanischen Grundfesten und gotische Bauteile erhalten.

Das Stift in seiner heutigen Erscheinung geht im wesentlichen auf die Erweiterung und Neugestaltung unter Abt Nikolaus Zandt zurück, der 1730 - 1746 hochrangige Künstlerpersönlichkeiten, allen voran Joseph Munggenast als Architekten und Paul Troger als Freskanten, beschäftigte.

Der um 1740 errichtete Trakt des Neugebäudes mit seiner repräsentativen Eingangsfront wurde vor kurzem neu gestaltet. Das neue Farbkonzept mit gelben Nullflächen, weißen Gliederungen und einzelnen silbergrau hervorgehobenen Akzenten beruht auf einer alten Ansicht des Stiftes und stilistischen Vergleichen mit anderen Bauten Munggenasts. Nach der Neugestaltung der Fassaden legte man den Vorplatz vor dem Stiftseingang neu an.

Zuletzt wurde auch die prunkvolle Stiege instand gesetzt. Der restauratorische Befund stellte fünf historische Farbgebungen verschiedener Epochen fest, von denen die barocke Originalfarbgebung ausgewählt und an den Wänden wiederhergestellt wurde. Der künstlerische Höhepunkt der Feststiege jedoch ist um 1870 durch den Einsturz der Decke verloren gegangen. Es kann heute noch in der Hohlkehle eine reiche malerische Gestaltung nachgewiesen werden, die belegt, dass die Decke ursprünglich vollständig freskiert gewesen sein musste. Ein neuer Beleuchtungskörper wurde entworfen und die überlebensgroße Statue der Pallas Athene, der griechischen Göttin der Weisheit, in der Nische am Treppenfuß restauriert.